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Der Habicht ist in Deutschland ein weit verbreiteter und regelmäßiger, aber nicht häufiger Brutvogel. Er fehlt zumeist dort, wo ruhige Waldungen nennenswerter Größe fehlen, die er zum Brüten und Jagen benötigt.

In den letzten Jahren ist aber eine leichte Zunahme von Bruten in waldarmen Gegenden festzustellen. Die Art begnügt sich dort z.T. auch mit kleineren Gehölzen und sogar Baumgruppen, so lange genügend Beutetiere erreichbar sind und er nicht der Verfolgung durch Menschen ausgesetzt ist (siehe Kapitel „Gefährdung/Feinde“).
Einige Paare brüten inzwischen sogar im Inneren von Großstädten wie z.B. Hamburg, Hannover, Berlin und Köln, eines davon nur 30 m von einem fünfstöckigen Wohnhaus entfernt!

In Deutschland brüten ca. 13.400 Paare, in Europa sind es zwischen 137.000 und 165.000 Paare.

Daneben bewohnt die Art in einem breiten Gürtel das nördliche Asien bis zum Pazifik und weite Teile Nordamerikas. Nord- und Südrand des Verbreitungsgebiets sind praktisch identisch mit der Baumgrenze.

Der Habicht - Vogel des Jahres 2015

Als Vogel des Jahres 2015 wurde mit dem Habicht wieder ein Greifvogel gewählt nach dem Turmfalken (2007), Rotmilan (2000) und dem Wanderfalken (1971).


Größe und Gewicht:
Beim Habicht gibt es einen deutlichen Größenunterschied zwischen den Geschlechtern. Die Männchen sind etwa ein Drittel kleiner und dementsprechend leichter als die Weibchen. Die manchmal verwendete Bezeichnung „Terzel“ für männliche Habichte spielt auf eben dieses Drittel an: In der musikalischen Harmonielehre steht die Bezeichnung „Terz“ für einen Intervall von drei Tonstufen!

Nahrung/Jagdweise:
Im Verhältnis zu seiner Körpergröße ist der Habicht ein sehr kräftiger und vielseitiger Jäger.
Sein Beutespektrum reicht von den kleinsten Vögeln Europas (Winter- und Sommergoldhähnchen mit jeweils nur ca. 5,5 g Gewicht) bis hin zu solch großen Arten wie Auerhuhn, Mäusebussard und Feldhase. Die deutlich kleineren, dafür aber wendigeren Männchen (s. Kapitel „Größe und Gewicht“) sind dabei für die kleineren Beutetiere „zuständig“, während die größeren Weibchen auch größere und damit wehrhaftere Beute überwältigen können.
Die Liste potentieller Beutetiere ist sehr lang und zeigt, dass Habichte in der Wahl ihrer Beute nicht besonders spezialisiert sind. Eine Studie aus Deutschland konnte z.B. unter insgesamt 9022 Beutetieren 123 Vogel- und 16 Säugetierarten nachweisen!
Trotz dieser enormen Flexibilität beschränkt sich der Habicht in der Regel aber auf eher wenige Arten, die im jeweiligen Lebensraum häufig vorkommen und hinsichtlich der Körpergröße im „Mittelfeld“ liegen. In Mitteleuropa sind dies unter den Vögeln vornehmlich Drosseln, Stare, Tauben, Elstern, Eichelhäher und Rabenkrähen, unter den Säugetieren Kaninchen, Junghasen und Eichhörnchen. Bei diesen Arten stehen „Portionsgröße“ und Verletzungsgefahr für den Habicht in einem optimalen Verhältnis.
Da der Habicht auch schon in früher Morgen- und noch in später Abenddämmerung aktiv ist, fallen ihm hin und wieder auch verschiedene Eulenarten zum Opfer.

Sein Körperbau weist ihn als Jäger des deckungsreichen Geländes aus:
Relativ kurze Flügel ermöglichen ihm die Jagd auch zwischen dicht stehenden Bäumen und Büschen, der auffallend lange Schwanz dient ihm dabei als Steuer und Bremse und macht ihn außerordentlich wendig.

Hinsichtlich der angewandten Jagdweisen erweist sich der Habicht als äußerst flexibel:
Die wohl häufigste ist der flache Pirschflug, bei dem er in mittlerer Geschwindigkeit z.T. nur wenige Zentimeter über dem Boden dahingleitet und dabei jede zur Verfügung stehende Deckung nutzt, um bei Entdecken einer geeigneten Beute das Überraschungsmoment auf seiner Seite zu haben. Dann beschleunigt er sehr schnell auf maximale Geschwindigkeit und versucht seine Beute zu überrumpeln, bevor diese seine Anwesenheit überhaupt bemerkt.
Dieser Pirschflug wird oft mit der zweiten Jagdweise, dem Ansitz, kombiniert: Dabei sucht der Habicht von einer Warte aus, die ihm bestmögliche Tarnung verschafft, von der aus er selbst aber guten Überblick hat, seine Umgebung ab. Ist eine mögliche Beute entdeckt, lässt er sich meist fast senkrecht fallen, um das Beutetier im flachen, gedeckten Flug anzujagen. Hat er dabei keinen Erfolg oder stellt sich keine Beute ein, wechselt er, ebenfalls flach fliegend, zur nächsten Warte, um erneut anzusitzen.
Daneben sieht man Habichte bei offenem Wetter auch manchmal nach Art des Wanderfalken jagen:
Dabei kreisen sie segelnd mit wenig Kraftaufwand z.T. stundenlang in großer Höhe, um sich im passenden Moment in mehr oder weniger steilem Sturzflug auf die Beute zu stürzen.
Bei der Jagd auf Wasservögel, die durch Abtauchen versuchen, sich dem Habicht zu entziehen, sieht man ihn manchmal auch über der tauchenden Beute rütteln (d.h. mit schnellen Flügelschlägen „auf der Stelle stehen“), bis diese zum Atmen notgedrungen wieder auftauchen muss. Dieser Vorgang kann sich mehrmals wiederholen, bis entweder der Habicht, oder der Beutevogel erschöpft aufgeben muss.

Das bereits erwähnte Überraschungsmoment ist der wichtigste Faktor bei der Jagd des Habichts, denn er ist weder der schnellste, noch der kräftigste einheimische Greifvogel.
Ähnlich wie Hühnervögel ist er aber in der Lage, blitzschnell auf seine Maximalgeschwindigkeit zu beschleunigen, die er allerdings nicht lange durchhält. Gelingt es ihm nicht, die Beute innerhalb der ersten paar hundert Meter zu überwältigen, lässt er meist von ihr ab. Allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel: Manchmal kann man beobachten, dass ein Habicht eine einmal anvisierte Beute kilometerweit verfolgt und z.T. auch schließlich fängt. Solche langen Jagden spielen sich meist im freien Luftraum ab.

Wie fast alle Beutegreifer muss auch der Habicht den größten Teil seiner Jagden erfolglos abbrechen. Im Mittel führen weniger als 10% der Jagden zum Erfolg! Daher versucht der Habicht vor allem kranke, schwache und verletzte Tiere zu fangen, die ohnehin keine hohe Lebenserwartung mehr haben, und erhält so indirekt den Bestand seiner Beutetiere gesund.

Lebensraum:
Als Lebensraum bevorzugt der Habicht eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielen „Randstrukturen“, d.h. Übergängen von geschlossenem Wald zu offener Landschaft mit Lichtungen, Feldern, Wiesen, Mooren, Gewässern etc. Die Horste baut er vornehmlich innerhalb der vorhandenen Waldungen, wo er zur Brutzeit auch hauptsächlich jagt. Die übrige Zeit des Jahres findet die Jagd mehr im Randbereich der Wälder und in der halboffenen Landschaft statt. Das hängt damit zusammen, dass viele seiner Beutetiere, die ihre eigene Fortpflanzungsperiode im Waldesinneren verbracht haben, nach deren Abschluss im Frühsommer in offener Landschaft bessere Nahrungsbedingungen vorfinden und deshalb dahin „abwandern“ und der Habicht ihnen folgen muss: Wer im Hochsommer einen Waldspaziergang macht, wird feststellen, dass man dort kaum mehr einen Vogel sieht oder hört...

Beobachtung/Bestimmung:
Der Habicht führt ein recht verstecktes Leben: Aufgrund seiner Ausrichtung auf Jagden, bei denen er das Überraschungsmoment zu nutzen versucht, hält er sich meistens in guter Deckung auf. Dadurch macht er es auch dem Beobachter schwer, ihn wahrzunehmen. So kommt es, dass man ihn relativ selten und meist nur kurz zu Gesicht bekommt. Dann ist es von Vorteil, eine Vorstellung von seinem typischen Körperbau zu haben:

Wie im Kapitel „Größe und Gewicht“ beschrieben, sind Habichtmännchen deutlich kleiner als die Weibchen. Als Faustregel gilt: Habichtmännchen etwas größer als Rabenkrähe, Habichtweibchen ungefähr so groß wie ein Mäusebussard, aber (beide) ganz anders proportioniert:
Habichte besitzen relativ kurze, breite und abgerundete Flügel und einen auffallend langen Schwanz, der im Sitzen die Flügelspitzen weit überragt (Beim Mäusebussard enden beide etwa auf gleicher Höhe). Sie besitzen einen kräftigen Körper mit voller Brust- und Bauchpartie sowie einen recht langen Hals, der den eher schmalen Kopf im Flug weit hervorragen lässt.
Der stetige Wechsel zwischen einigen kräftigen, nicht allzu schnellen Flügelschlägen und einer darauf folgenden langen Gleitstrecke kennzeichnet den typischen Habichtflugstil.

Habichte im Jugendkleid und ausgefärbte Altvögel sind sehr unterschiedlich gefärbt:

Jungvögel sind oberseits bräunlich und ein Großteil der Federn besitzt hellbeige Ränder, die eine Art Schuppenmuster erzeugen. Die Unterseite weist auf rahm- bis rostbeigem Grund eine deutliche grobe Längsstrichelung auf. Der Kopf ist noch recht kontrastarm und man erkennt einen undeutlichen, hellen Überaugenstreif. Die Flügel und der Schwanz sind kontrastreich grob dunkel gebändert.
Diese Bänderung ist bei Altvögeln nur noch diffus vorhanden, sie sind zudem oberseits einfarbig blaugrau (Männchen) bzw. braungrau (Weibchen) und ihre weiße Unterseite ist schmal und eng quer gebändert. Der Kopf ausgefärbter Vögel ist oberseits und bis hinunter auf die Gesichtsseiten grau, was etwas an eine dunkle Kappe erinnert. Ein deutlicher, breiter, weißer Überaugenstreif hebt sich kontrastreich davon ab. Es gibt noch ein Zwischenkleid, das dem Kleid der Altvögel bereits sehr ähnlich ist und nur unter günstigen Bedingungen unterschieden werden kann.
Die Augen junger Habichte sind noch blass zitronengelb, mit zunehmendem Alter werden sie dunkler und bekommen eine tief orange Färbung.

Zugverhalten:
Adulte mitteleuropäische Habichte bleiben in der Regel das ganze Jahr über in der Nähe ihres Reviers und machen sich bei der winterlichen Jagd ihre Ortskenntnis zu Nutze, während ihre Jungvögel ab dem Sommer das elterliche Revier verlassen (müssen) und in verschiedenste Richtungen abwandern. Die meisten von ihnen siedeln sich nur maximal 30 km vom Revier ihrer Eltern entfernt an.
Nord- und osteuropäische Habichte (vor allem Jungvögel) sind in viel größerem Maße Zugvögel und tauchen im Winter in unseren Breiten auf. Fast alle von ihnen überwintern nördlich des Mittelmeeres.

Stimme:
Die Rufe des Habichts hört man vornehmlich bei der Balz ab Spätwinter sowie die gesamte Brutzeit hindurch aus dem Horstrevier. Die übrige Zeit des Jahres verhält sich die Art akustisch sehr diskret und bleibt weitgehend stumm.
Eine der häufigsten Rufformen ist das „Gickern“, ein rythmisches „Kji-kji-kji-kji...“ bzw. „Kje-kje-kje-kje...“, wobei das Weibchen langsamer und tiefer ruft. Es dient hauptsächlich als Alarm- und Kontaktruf.
Das sogenannte „Lahnen“, entfernt an den miauenden Ruf des Mäusebussards erinnernd, klingt wilder als bei jenem wie „pii-ä“ oder „plii-ä“. Mit dieser Rufform hält das Weibchen Kontakt zum Männchen. Außerdem fungiert es als „Bettelruf“ des Weibchens und der Jungvögel.
Daneben existieren weitere Rufformen, die aber nur selten zu hören sind.

Fortpflanzung:
Die Balz der Habichte beginnt meist im Spätwinter (bei günstigen klimatischen Bedingungen aber auch schon ab November/Dezember). Dann hört man die Vögel vor allem in den frühen Morgenstunden intensiv rufen und mit Glück kann man einen der spektakulären Balzflüge erleben: Dabei spreizen die Vögel ihre weißen Unterschwanzdecken als optisches Signal ähnlich einem Wattebausch weit ab und es finden, meist in großer Höhe, lebhafte Flugspiele mit z.T. atemberaubenden Sturzflügen und schroffen Wendungen statt.
Daraufhin schreiten die Paarpartner entweder zum Neubau eines Horstes, oder sie stocken einen bereits bestehenden Horst auf. Ältere Horste können so Ausmaße bis 1 m Höhe und 1,3 m Durchmesser annehmen.
Mitteleuropäische Habichtweibchen beginnen im März/April mit der Ablage der meist 3-4 Eier und bebrüten diese anschließend etwa 40 Tage lang. Bereits einige Zeit vor Beginn der Eiablage bleibt das Weibchen am Horst, spart Energie für die Eiproduktion und beginnt mit der Mauser. Ab diesem Zeitpunkt und bis die Jungen mindestens 3 Wochen alt sind, versorgt allein das Männchen die gesamte Familie mit Nahrung. Erst danach, wenn die Jungvögel keines dauernden Schutzes (gegen Kälte, Nässe und Feinde) mehr bedürfen, trägt auch das Weibchen wieder Beute herbei.
Nach etwa 40 Tagen verlassen die jungen Habichte den Horst und halten sich in der Folgezeit zunächst in Horstnähe auf (Ästlingszeit), wo sie noch ca. 4 Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt werden. Im Laufe des Sommers löst sich schließlich der Familienverband auf und die Junghabichte verlassen das elterliche Revier (s. Kapitel „Zugverhalten“).

Ähnliche Arten:
Der Sperber (Accipiter nisus) ist quasi eine „verkleinerte Ausgabe“ des Habichts. Beide sind nahe miteinander verwandt und stehen systematisch in der selben Gattung (Accipiter).
Der Körperbau des Sperbers ähnelt demjenigen des Habichts (s. Kapitel „Beobachtung/Bestimmung“), es gibt aber einige feine Unterschiede:
Die Flügel des Sperbers sind relativ kürzer und an den Spitzen abgerundeter, als die des Habichts. Sein Schwanz ist noch länger (deutlich länger als die Breite der Flügel am Körperansatz) und wirkt an seiner Spitze wie gerade abgeschnitten, wohingegen der Schwanz des Habichts gerundet ist.
Brust und Bauch des Sperbers sind wesentlich schlanker als beim Habicht und sein Kopf ragt im Flug nicht so auffallend hervor, wie bei jenem.
Bei sitzenden Sperbern lohnt es sich, auf die Dicke der Beine zu achten: Sie wirken „streichholzdünn“ und filigran. Diejenigen des Habichts sind viel kräftiger und dicker.
Auch beim Sperber sind Männchen deutlich kleiner als die Weibchen. Erstere erreichen knapp die Größe einer Türkentaube, Weibchen wirken in etwa Turmfalkengroß.
Dieser Größenunterschied bedingt, dass sich Sperberweibchen und Habichtmännchen in der Größe recht nahe kommen können. Es gibt aber keinen Überschneidungsbereich: Selbst ein sehr kleinwüchsiges Habichtmännchen ist immer größer als ein sehr großes Sperberweibchen und doppelt bis viermal so schwer, ist also ein wesentlich kräftigerer Vogel!
Da beide Arten oft von Rabenkrähen „belästigt“ werden, bieten diese die Grundlage folgender Faustregel: Sperberweibchen immer etwas kleiner, Habichtmännchen immer größer als Rabenkrähe.
Sperber sind zudem niemals längs gestrichelt wie junge Habichte!
Eine detaillierte Beschreibung der Kennzeichen des Sperbers finden Sie in dessen Artkapitel...

Ordnung/Name:
Ordnung: Accipitriformes (Greifvögel)
Familie : Accipitridae (Habichtverwandte)
Gattung : Accipiter (Habichte)
Art
: gentilis (Habicht)

Gefährdung/Feinde:
Neben dem Menschen haben Habichte kaum natürliche Feinde. Zu nennen sind hier allenfalls andere Habichte (Bei Kämpfen um ein Revier, einen Horst oder einen Partner kann es durchaus zu Todesfällen kommen!) sowie der Uhu, der viel kräftiger ist und in der Nacht selbst die großen Habichtweibchen überwältigen kann.

Lange Zeit war der Habicht der direkten Verfolgung durch den Menschen ausgesetzt:
Seit Jahrhunderten wurden und werden immer wieder Habichte legal oder illegal „ausgehorstet“, um sie anschließend in der Falknerei einzusetzen. Daneben trachten ihm nach wie vor einige unbelehrbare Jäger und Taubenzüchter nach dem Leben. Sie sehen in ihm einen Konkurrenten bei ihrer Jagd auf Feldhasen, Rebhühner und Fasane bzw. sehen nicht ein, dass ein Habicht nicht zwischen Wild- und Brieftaube unterscheiden kann. Fasane werden von Jägern im Herbst z.T. in großer Zahl ausgesetzt, um sie kurz darauf selbst wieder abschießen zu können. Diese gezüchteten Fasane haben in der Regel nicht mehr die erforderlichen Instinkte, um sich z.B. durch Verstecken dieser Jagd zu entziehen und sind daher auch für den Habicht eine leichte Beute, die dieser verständlicherweise gern annimmt.

Ob es sinnvoll und moralisch vertretbar ist, eine Tierart, die seit einer Zeit auf der Erde lebt, als an das Auftreten der ersten Menschen nicht einmal zu denken war und die in dieser Zeit keine einzige ihrer Beutetierarten ausgerottet hat, mit allen Mitteln zu verfolgen, möge jeder für sich selbst entscheiden...
Fest steht, dass der Habicht durch den Fang kranker, verletzter oder sonst wie geschwächter Beutetiere eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung von deren Populationen spielt, er ganzjährig unter gesetzlichem Schutz steht und jede Art von Verfolgung eine Straftat darstellt!

In den 50er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts, als diverse Umweltgifte, allen voran das Pflanzenschutzmittel DDT, in der Landwirtschaft ungehemmte Anwendung fanden, reicherten sich diese in den Körpern vieler Beutetiere des Habichts an. Da Habichte an der Spitze der Nahrungskette stehen, nahmen sie so nach und nach große Mengen dieser Gifte auf. Wie bei diversen anderen Greifvögeln auch, führte dies zu einer Schädigung ihres Nervensystems, zum direkten Tod durch Vergiftung und dazu, dass die Eischalen so dünn wurden, dass sie beim Bebrüten zerbrachen. In dieser Periode brachen die Habichtbestände großflächig massiv zusammen. Seit dem Verbot dieser Gifte in den 70er-Jahren haben sich die Habichtpopulationen nach und nach von den Auswirkungen erholen können.

Der Habicht - Vom Waldjäger zum Stadtbewohner



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